Musik, Technik, Ästhetik: Eine Soziologie des Tonstudios

David Waldecker

Zum einen geht in diesem Dissertationsprojekt um eine Darstellung des praktischen Umgangs mit und der Erzeugung von Musik im Tonstudio, zum anderen um eine Rekonstruktion der Musiksoziologie Theodor W. Adornos. Praktisch findet diese Untersuchung in zwei ethnographischen Fallstudien von Studioaufnahmen einer Jazz- und einer Hardcoreband statt. Dabei stellt sich auch im Sinne einer methodischen Reflexion der Ethographie die Frage, ob und inwiefern Ethnomethodologie und Actor-Network-Theory zu einer von Adorno geforderten „Mikrologie“ der musikalischen Praxis beitragen können.

Auch heute noch ist Adorno für die Musiksoziologie aktuell; so widmen ihm sowohl Tia DeNora als auch Robert Witkin Monographien Der Darstellung dieser Aneignung folgt eine Rekonstruktion der Musiksoziologie Adornos, die den Schwerpunkt auf sein Technikverständnis und seine Beschäftigung mit dem Verhältnis von Musik, Technik und Raum legt. Diesbezüglich werden vor allem in den letzten Jahren veröffentliche Schriften – wie Current of Music – zu Rate gezogen.

Aber auch Adornos methodologische Reflexionen werden zu aktuellen Tendenzen in der ethnographischen Forschung in Beziehung gesetzt. Die von Adorno geforderte Beschäftigung mit leichter Musik findet ihren Niederschlag in den Ethnographien von zwei CD-Produktionen: der eines Jazz-Ensembles und einer Hardcoreband. Hier wird gezeigt, wie die Beteiligten Technik und Raum nutzen, um musikalische Parameter zu beeinflussen und wie über deren Einsatz entschieden wird. Dargestellt werden also der konkrete Umgang mit der Musik mittels modernen Produktionsmitteln und die ästhetische Entscheidungsfindung zwischen Musikern, Technikern und Produzenten (das Feld ist immer noch überwiegend Männerdomäne). Es geht  darum, wie im Musikmachen auf räumliche und technische Gegebenheiten Bezug genommen wird, wie dies in der ästhetischen Aushandlung der richtigen Abmischung thematisiert wird und welches Verhältnis sowohl professionelle wie Amateurmusiker zu der von ihnen produzierten Musik einnehmen – mit mit Bezug auf Heinz Steinert darum, zu untersuchen, welche Arbeitsbündnisse sie mit Raum und Technik aber auch untereinander eingehen.

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